Der Staat als Kunstsammler

Die vielfältige Kunstszene in Deutschland produziert nicht nur Kunstwerke für reiche Sammler, Installationskunst für einmalige Kunsterlebnisse und Massenkunst für jedermann. Im Bereich der Gemälde, Bilder uns Skulpturen tritt ein weiterer Mäzen immer häufiger in Erscheinung. Der deutsche Staat hat das Kunstsammeln für sich entdeckt.

Wer kauft Kunst für den deutschen Staat?

Die Einkäufer von Kunstwerken aller Art für den deutschen Staat sind vielfältig. Bundes- und Landesministerien kaufen KunImage result for Der Staat als Kunstsammlerstwerke, um ihre Bürogebäude damit auszustatten, Museen und staatliche Kunstgalerien kaufen, um Lücken in ihren Magazinen zu schließen und zahlreiche andere staatlichen Institutionen erstehen Kunstwerke aus den unterschiedlichsten Gründen. Einige erfüllen dadurch zum Beispiel ihren staatlichen Auftrag. So sind Kunstkäufe zeitgenössischer Kunst durch das Haus der Geschichte ein logischer Teil der Arbeit einer Institution, welche alle gesellschaftlichen Aspekte der neueren Geschichte Deutschlands zusammentragen und erhalten soll. Oft geht es dem Staat beim Kauf von modernen Kunstgegenständen aber einfach darum eine Vielzahl von öffentlichen Gebäuden durch Kunstwerke aufzuwerten. Die Förderung zeitgenössischer Künstler in Deutschland, die oft einen regionalen Bezug zum Ort der Ausstellung der gekauften Werke haben ist ein weiterer Aspekt dieser staatlichen Kunstkäufe.

Der Staat als Kunstspekulant

Staatliche Kunstkäufe dienen nicht in erster Linie dazu, mit diesen Kunstwerken einen Gewinn zu erzielen. Das wäre schon deshalb sehr schwer, weil staatliche Stellen die erstandenen Werke nur sehr selten wieder verkaufen. Auf der Käuferseite steht der Staat allerdings in direkter Konkurrenz zu privaten Kunstsammlern und Kunsthändlern aus dem In- und Ausland, die auch kommerzielle Absichten verfolgen. Häufig verfügen diese auch über deutlich größere Budgets um Kunst einzukaufen. Staatliche Kunstkäufer müssen sich dann auf wenige Werke beschränken, die zum Beispiel gekauft werden, weil sie in Deutschland bleiben sollen, oder weil sie als besonders wichtig angesehen werden. Wegen unterschiedlicher Gründe für den Kunstkauf und auch sehr unterschiedlichen Budgetgrößen ist der Staat als Kunstkäufer im Kunstmarkt ein unberechenbarer Marktteilnehmer. Von ihm gekaufte Werke werden dem kommerziellen Kunstmarkt auch meist dauerhaft entzogen, da der Staat sie meist nicht wieder verkauft.